Freifahrt im fahrerlosen Bus auf Klinikgelände

Fahrerlose Minibusse rollen nun regelmäßig in Berlin über das Charité-Gelände.

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Sie sind klein, quietschgelb und surren leise: Erstmals sind in Berlin vier fahrerlose Kleinbusse im Regelbetrieb unterwegs. Die elektrobetriebenen Fahrzeuge der Hersteller Navya und EasyMile werden auf dem Campus Charité Mitte und ab April auf dem Gelände des Virchow-Klinikums eingesetzt. Mitarbeiter, Patienten und Besucher können sie kostenlos nutzen.

Das Bundesumweltministerium fördert das rund 4,1 Millionen Euro teure Projekt mit 3,2 Millionen Euro. Weitere Partner sind die Berliner Verkehrsbetriebe, die Charité und das Land Berlin. Mit dem Projekt solle erforscht werden, wie Lücken im Verkehrsnetz geschlossen werden können.

Die fahrerlosen Kleinbusse sind mit maximal 12 Kilometern pro Stunde unterwegs und bieten Sitzplätze für bis zu 11 Personen. Aus Sicherheitsgründen fährt zunächst eine Aufsichtsperson mit, die im Notfall in die Technik eingreifen kann. Gänzlich unbegleitet werden die Fahrzeuge voraussichtlich ab dem Frühjahr 2019 verkehren.

Für kritische Diskussionen hatte jüngst ein tödlicher Unfall mit einem fahrerlosen Auto im US-Bundesstaat Arizona gesorgt. Umweltministerin Schulze betonte, das autonome Fahren werde in Deutschland vorsichtiger getestet. „Wir erproben mit ganz anderen Geschwindigkeiten und in kleineren Schritten“, sagte die Ministerin.

Einmalig ist das Projekt in Deutschland nicht: Im Oktober hatte die Deutsche Bahn den bundesweit ersten autonom fahrenden Kleinbus im Nahverkehr im niederbayerischen Kurort Bad Birnbach eingesetzt. In Berlin hatte die Bahn 2016 einen Testbetrieb mit einem Elektrobus auf dem Euref-Campus in Schöneberg begonnen.

(dpa)