E-Bikes für Kinder – ein sinnvoller Spaß?

Die Zeiten als E-Bikes als Seniorenfahrrad belächelt wurden, sind vorbei. Nun haben Hersteller eine neue Zielgruppe im Visier: Kinder. Doch die Idee ist umstritten – auch wegen der Geschwindigkeit.

© www.haibike.de | Martin Erd | pd-f

Fahrradfahren ist für Kinder oft die regelmäßigste Form von Sport. Ob zur Schule oder zu Freunden: Überall hin wird geradelt. Nun soll das Rad mit Motor-Unterstützung für Kinder zum Einsatz kommen.

Premiere feierte das E-Bike für Kinder auf der Essener Fahrradmesse. Nach der Idee von "ben-e-bike" Entwickler Robin Krichel soll das Rad den Familienfrieden bei gemeinsamen Ausflügen sichern, wenn die Eltern mal wieder motorisiert davonbrausen. Doch der Frieden hat seinen Preis: zwischen 1750 Euro und 3500 Euro müssen Eltern ausgeben, damit der Nachwuchs im Urlaub oder bei bergigen Etappen mithalten kann. Eltern sollten aber grundsätzlich „die Tour an die Leistungsfähigkeit der Kinder anpassen“, raten Experten – egal, ob mit oder ohne E-Unterstützung. Kinder sollen auch nicht gleich mit der Höchstgeschwindigkeit von bis zu 25 Stundenkilometern starten, rät Krichel. Die Motorleistung lasse sich drosseln und so das Tempo verringern.

Stephanie Krone vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) sieht die Entwicklung trotzdem kritisch. „Für den Alltag halten wir das für keine gute Idee“, meint sie. Sinnvoll könne ein solches Rad allenfalls bei längeren Touren im Urlaub sein. Wichtig für Kinder sei Bewegung, gerade im Alltag.

Michael Bollschweiler, Chefredakteur der Fachzeitschrift RadMarkt, bezweifelt zudem, ob Eltern bereit sind, für ein Kinderfahrrad so viel Geld auszugeben. Ein übliches Modell für Sprösslinge koste 300 Euro. Für teurere Räder gebe es in diesem Bereich kaum eine Nachfrage.

Rechtliche Einschränkungen gibt es für schnelle S-Pedelecs, die in der Regel ab 16 Jahren gefahren werden können. Doch auch für eine normale Nutzung im Straßenverkehr sei ein elektrisches Fahrrad erst ab etwa 14 Jahren sinnvoll. Erste E-Bike-Fahrten zu Hause oder im Urlaub könnten dagegen mit circa 10 Jahren ausprobiert werden.

Bei einem Kauf sollte auch bedacht werden, wie stark Wachstumsschübe bei Kindern sind – denn auch ein elektrisches Fahrrad muss zur Größe eines Mädchens oder Jungen passen.

(rb/dpa)