Die Unsicherheit radelt mit

Vor allem in großen Städten kann es knifflig sein, mit dem Fahrrad zwischen Autos, Bussen und Lastwagen voranzukommen. Vielen ist dabei sogar mulmig zumute.

© Daniel Reinhardt/dpa

Fast jeder zweite Radfahrer fühlt sich auf deutschen Straßen nicht richtig sicher. Als Gründe wurden vor allem zu wenig getrennte Radwege und zu viel Verkehr genannt, wie der Fahrrad-Monitor 2015 ergab. Der Grünen-Verkehrspolitiker Matthias Gastel nannte es einen «unhaltbaren Zustand», dass sich nach wie vor die Hälfte der Radler nicht sicher fühle. Minister Alexander Dobrindt (CSU) hätte sich längst für bessere Radwege und fahrradfreundlichere Verkehrsregeln einsetzen müssen.

In der Umfrage fällt die Beliebtheit des Fahrrads im Vergleich zu 2011 von „gut“ auf „befriedigend“, das Fahrrad wird weniger häufig genutzt – 38 Prozent der Menschen fahren selten bis nie, 2011 waren es 34 Prozent. Den Satz „Radfahren macht in meiner Gemeinde Spaß“ unterschrieben 2013 noch 65 Prozent der Befragten. In der aktuellen Umfrage waren es nur noch 56 Prozent.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) fordert ein Bundesprogramm zur Förderung von Radschnellwegen als Mittel zur Stauvermeidung und ein klares Bekenntnis des Bundesverkehrsministers zum Fahrrad als Lösung für viele Verkehrsprobleme. „Der rückläufige Trend bei der Fahrradnutzung liegt nicht am Wetter oder am inneren Schweinehund der Menschen – das liegt an den widrigen Verhältnissen, mit denen sich Radfahrer in den meisten Städten herumschlagen müssen. Wenn jetzt nicht gegengesteuert wird, verfehlt Deutschland die ohnehin nicht besonders hoch gesteckten Ziele des Nationalen Radverkehrsplans“, sagt ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork.

Der Parlamentarische Verkehrs-Staatssekretär Norbert Barthle verweist darauf, dass die Radverkehrsförderung in diesem Jahr auf mehr als 100 Millionen Euro aufgestockt worden sei, 98 Millionen Euro davon stünden für Bau und Erhalt von Wegen an Bundesstraßen bereit.

(dpa/velobiz)